
Bourges, die historische Hauptstadt des Berry in der Region Centre-Val de Loire, ist bekannt für ihre beeindruckende UNESCO-Weltkulturerbe-Kathedrale Saint-Étienne und den Palais Jacques-Coer. Die Stadt, die im Herzen Frankreichs liegt, ist eine der Partnerstädte Augsburgs und seit vielen Jahren auch die Partnerstadt für verschiedene schulische Austauschprogramme unseres MTGs.
Nachdem unsere Schule auch in diesem Jahr für die zehnte Klasse ein Kurzzeitprojekt mit dem Lycée Marguerite de Navarre durchführt, gab es darüber hinaus auch für zwei MTG-Lehrer, Christian Klaus und Birgit Eitel, die Möglichkeit, ein einwöchiges Job-Shadowing an der französischen Partnerschule zu absolvieren.
Ein Job-Shadowing bietet eine gute Gelegenheit, Einblicke den eigenen Arbeitsbereich an einer Partnerschule kennen zu lernen und zu erfahren, wie bestimmte Abläufe und Lernprozesse in anderen Ländern organisiert werden. Besonders interessant war in unserem Fall der Besuch des bilingualen Unterrichts in den Fächern Physik und Biologie, der auf Englisch abgehalten wurde, sowie auch die Organisation der anstehenden mündlichen Prüfungen in unterschiedlichen Fächern. Als Sprachenlehrer besuchten wir Stunden auf unterschiedlichen Niveaustufen in den Fächern Französisch, Englisch, Deutsch und Italienisch.
Durch die gemeinsam verbrachte Zeit konnten wir viele neue Ideen für unseren eigenen Unterricht mitnehmen und auch über aktuelle Themen, wie beispielsweise die Umsetzung der Digitalisierung an Schulen oder auch die kürzlich von Australien angeregte Altersbeschränkung im Bereich der sozialen Medien, diskutieren.
Wir wurden sowohl von den Lehrern als auch von den Schülern sehr offen und herzlich an der Schule empfangen und freuen uns jetzt schon, wenn in zehn Tagen – zeitgleich mit dem Schüleraustausch der achten Klassen mit dem Collège Jean Renoir – eine Gruppe vom Lycée Marguerite de Navarre nach Augsburg kommt, um den zweiten Teil ihres Kurzzeitprogramms zu absolvieren.
Wir bedanken uns bei unseren französischen Kollegen für ihre Gastfreundschaft und für den regen Austausch über die Bildungssysteme beider Länder.
Christian Klaus und Birgit Eitel

Im Rahmen des Erasmus+-Programms hatten wir als Lehrkräfte und Mitglieder der Schulleitung die Möglichkeit, eine Woche lang ein Job-Shadowing an unserer Partnerschule Notre Dame de Mongré in Villefranche-sur-Saône bei Lyon zu absolvieren. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen aus Italien besuchten wir dort zahlreiche Unterrichtsstunden und führten zahlreiche Gespräche, wodurch wir einen unmittelbaren Einblick in den Schulalltag unserer französischen Partnerschule erhielten.
Ein besonderer Schwerpunkt unseres Aufenthalts lag auf der Hospitation in den Fächern, die wir selbst unterrichten. Dadurch konnten wir nicht nur verschiedene didaktische Ansätze kennenlernen, sondern auch beobachten, wie Unterrichtsinhalte und Methoden im französischen Schulsystem umgesetzt werden. Der direkte Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort bot viele Gelegenheiten, über Unterrichtsgestaltung, Bewertungskultur und schulische Organisation ins Gespräch zu kommen.
Ein weiteres zentrales Thema unseres Besuchs war zudem die digitale Ausstattung der Schule, insbesondere der Einsatz von Tablets im Unterricht. Die Gastschule – eine katholische Privatschule – ist in diesem Bereich sehr beeindruckend ausgestattet. Tablets sind dort fest in den Unterricht integriert und werden in vielen Fächern genutzt. Für uns war es besonders interessant, diese Ausstattung und die damit verbundenen Unterrichtsformen mit der Situation am MTG zu vergleichen und Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen.
Darüber hinaus beschäftigten wir uns intensiv mit einem weiteren zentralen Schwerpunkt von Erasmus+: der demokratischen Bildung. In Gesprächen mit Lehrkräften und der Schulleitung sowie durch die Teilnahme am Unterricht konnten wir beobachten, wie Themen wie politische Bildung in Frankreich unterrichtet wird. Besonders bereichernd war dabei eine Fragestunde, in der wir Fragen eines Oberstufenkurses zur Erinnerungskultur in Deutschland beantworten und auch den deutschen Föderalismus erklären durften.
Neben den fachlichen Eindrücken war die Woche auch kulturell und persönlich eine große Bereicherung. Die offene und herzliche Aufnahme durch die Kolleginnen und Kollegen sowie die Schülerinnen und Schüler machte den Aufenthalt zu einer besonders positiven Erfahrung. Das Job-Shadowing hat nicht nur neue Perspektiven auf Unterricht und Schulentwicklung eröffnet, sondern auch die Partnerschaft zwischen unseren Schulen weiter gestärkt. Diese soll die Basis für zukünftige Schülermobilitäten bilden.
Wir bedanken uns herzlich bei unserer Partnerschule in Villefranche-sur-Saône für die Gastfreundschaft und den intensiven Austausch und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit im Rahmen von Erasmus+.
Thomas Tschierse und Wolfgang Eitel


Das ist Alltag am XVIII. Gymnasium in Zagreb. Bei unserem Job-Shadowing vom 16.9.24 bis 20.9.24 hat uns das am meisten erstaunt. Da es seit Jahrzehnten zu wenig Schulgebäude in Zagreb gibt, behilft man sich mit einer „originellen“ Idee: Zwei Schulen teilen sich ein Gebäude. In unserem Fall teilt es sich das Gymnasium mit einer Grundschule. Die Grundschulklassen 1-4 haben das ganze Jahr am Vormittag Unterricht, die Grundschulklasse 5-8 allerdings tauschen im wöchentlichen Rhythmus mit dem Gymnasium (Klassen 9-12). Das bedeutet konkret, dass man eine Woche von 8-13 Uhr Unterricht hat, in der nächsten Woche dann aber von 14-19 Uhr, an manchen Schulen sogar bis 20:30 Uhr. Da die Eltern dieses System selbst schon so erlebt haben, ist es für jeden ganz normal. Oft gibt es auch noch Großfamilien und die Großeltern kümmern sich um die Kinder, wenn die Eltern arbeiten sind. Die ganze Stadt ist darauf ausgerichtet mit längeren Öffnungszeiten und Vereine bieten ihre Kurse sowohl am Nachmittag, als auch am Vormittag an. Es war wirklich bereichernd diese Erfahrung machen zu dürfen, wir sind jedoch froh, dass unsere Schulwochen immer gleich ablaufen und wir keinen Wechsel haben.
Job-Shadowing in Zagreb. A. Mering und P. Büchse-Dietrich


Direkt zu Schuljahresbeginn durften wir zum Jobshadowing nach Trondheim, der drittgrößten Stadt Norwegens, reisen.
Das Schulgebäude
Der erste Eindruck des Schulgebäudes war überwältigend. Die Schule wurde 2018 neugebaut und das Ergebnis ist ein offenes und funktionales Gebäude mit einer großen, lichtdurchfluteten Aula mit Tischtennisplatten, Mensa, einer freischwebenden Wendeltreppe und vielem mehr. Für jede Lehrkraft gibt es einen voll ausgestatteten Arbeitsplatz in 6er-Büros inklusive höhenverstellbarem Schreibtisch.
Das Schulsystem
In Norwegen gehen alle Schüler/innen bis zur 10ten Klasse gemeinsam zur Schule. Das bedeutet, dass bis dahin auch keine Differenzierung nach Leistungsniveaus stattfindet. Die von uns besuchte Schule startet mit der 11. Klasse und ist vergleichbar mit der gymnasialen Oberstufe. Möchte man nach der Jugendschule nicht die gymnasiale Oberstufe besuchen, so kann eine Berufsschule (im selben Gebäude) besucht werden. Anders als in Deutschland ist hier kein Betrieb involviert, die Ausbildung ist rein schulisch.
Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass die Schüler/innen in Norwegen nicht durchfallen können.
Der Unterricht
Viele Hauptfächer in Norwegen sind fünfstündig. Vier Wochen am Stück wird das Fach 4-stündig unterrichtet und in der 5ten Woche wird das Fach am Mittwoch 5 Stunden am Stück unterrichtet. Somit haben die Schüler/innen jeden Mittwoch ein anderes Fach für den kompletten Vormittag und alle 5 Wochen wiederholt es sich. Dieser „Fagdag“ kann im Fach Geschichte z.B. für Exkursionen genutzt werden, ohne, dass ein anderes Fach entfallen muss. „Unser“ Mittwoch wurde dem Fach Deutsch gewidmet. Die Klasse hatte den ganzen Vormittag Zeit, sich dem deutschen Schulsystem zu widmen –inklusive Expertenvortrag.
Schüler-Meinungen zum Vergleich der Schulsysteme
Die norwegischen Schüler/innen waren überrascht davon, dass wir bereits ab der dritten Klasse Noten vergeben. Sie äußerten Bedenken, ob diese Belastungen nicht zu mentalen Problemen führen kann. Auch, dass man das ganze Schuljahr wiederholen muss, obwohl man nur ein oder zwei Fächer nicht bestanden hat, erachteten sie häufig als Zeitverschwendung. Begeistert waren die Schüler/innen jedoch von unserem Ausbildungssystem, da dadurch die rein schulische Zeit verkürzt werden kann.
Insgesamt war die Reise in den hohen Norden sehr bereichernd für uns. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und konnten uns in den Pausen über die Unterschiede in den Schulsystemen austauschen. Vielen Dank, für diese geniale Chance!
Hannah Stadlmayer und Markus Zick


Anfang April machten wir uns voller Vorfreunde auf den Weg, um eine Woche am Polo Liceale Majorana Laterza, einem Gymnasium im süditalienischen Putignano, ein einwöchiges Job Shadowing zu absolvieren.
Ziel der Mobilität waren der kulturelle Austausch und das Kennenlernen des italienischen Schulsystems. Durch Hospitationen in den sprachlichen Fächern (Italienisch, Englisch, Französisch und Deutsch) hatten wir die Gelegenheit, uns mit den italienischen Lehrerinnen und Lehrern vor Ort über Themen wie z.B. Digitalisierung, Fremdsprachendidaktik und unterschiedliche Prüfungsformen auszutauschen und unseren Horizont zu erweitern.
Da am dritten Tag eine weitere Erasmus-Gruppe aus Spanien anreiste, konnten wir sogar an einem internationalen Projekt zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz teilnehmen. Darüber hinaus kam die Lokalpresse zu einem Interview an die Schule.
Ein besonderes Highlight war, neben einer von den italienischen Schülern und Schülerinnen vorbereiteten Stadtführung, ein ganztägiger Schulausflug zu einer Mozzarellafabrik in Noci und den Trulli in Alberobello.
Das Job Shadowing ist für uns eine sehr positive und sehr bereichernde Erfahrung, in der wir bestehende Kontakte pflegen und neue Kontakte knüpfen konnten, die hoffentlich zu weiteren Projekten in der Zukunft führen.
Vielen Dank unseren italienischen Freunden und Kollegen für ihre Gastfreundschaft.
Dr. Ivana Lohrey und Birgit Eitel